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Stillen noch zeitgemäß?

Ist stillen noch zeitgemäß ?

Wohl jede Mutter will das Beste für Ihr Kind – keine Frage. Das ist sicherlich auch der Grund, warum sich viele Mütter die Frage stellen, ob sie stillen, wie lange sie stillen oder lieber auf Fläschchenkost zurückgreifen wollen. Dazu gleich ein Satz vorneweg – egal welche Entscheidung man trifft, man sollte sich durch nichts und niemand davon abbringen lassen. Es ist eine ganz eigene und persönliche Entscheidung.

Warum ist das Thema in der heutigen Zeit so aktuell?

Vor einigen Jahrzehnten war es in einigen Regionen Deutschland unmodern – galt sogar als ungesund -, seine Kinder zu stillen. Gab es doch zahlreiche Babynahrungen, die auf den Markt drängten, und die anscheinend die Versorgung der Kleinen problemloser gestalteten. Der Tagesablauf der jungen Mütter war nicht mehr bestimmt von den Hungergefühlen des Nachwuchses, was ein enormes Maß an Bewegungsfreiheit mit sich brachte.

Mit den Jahren änderte sich jedoch die Einstellung der Mütter zur Kindererziehung. Die Mütter wollten beides – das Beste für das Kind und für sich. Man hinterfragte die Babynahrung und interessierte sich wieder für die natürlichste Form der Babyernährung. Die allgemeine Meinung änderte sich wieder, nicht zuletzt auch, da Mediziner immer wieder auf die Vorteile des Stillens für Mutter und Kind hinwiesen.

Welche Vorteile bringt das Stillen?

Mit der Entstehung eines neuen Lebens geschieht ein so gigantisches Wunder, das leider viel zu oft als selbstverständlich gesehen wird. Dieses Wunder endet jedoch nicht mit der Geburt eines Kindes, sondern vollzieht sich weiter in dessen Entwicklung. Ein Teil dieses Wunders ist, das perfekte Zusammenspiel zwischen Mutter und Kind. Die Muttermilch wird ganz automatisch, als das selbstverständlichste überhaupt, vom Körper produziert, und passt sich genau den Bedürfnissen und Entwicklungsstadien des Kindes an. Die ersten Tropfen, für den ganz kleinen Hunger der ersten Stunden, sind so reich an Nähr- und Immunstoffen, dass sie schon fast einer Impfung gleichkommen. Danach entwickelt sich das Baby und die Muttermilch in „stiller Absprache“, ohne irgendwelches Zutun. Die deutsche Stillkommission empfiehlt, sechs Monate ausschließlich zu Stillen und danach schrittweise die Beikost einzuführen. Sechs Monate also, erhält das Baby nicht nur Nahrung, sondern auch Immunstoffe, die eine gute Basis für sein kommendes Leben darstellen.

Außerdem bedeutet Stillen für das Baby nicht nur Nahrungsaufnahme sondern auch Kuscheln, Schmusen und geborgen sein. Das Innehalten, sich für das Baby Zeit nehmen, und das intensive Gefühl nur füreinander da zu sein, ist etwas einmaliges, das man nur erleben aber nicht beschreiben kann.

Und warum entscheiden sich doch Mütter gegen das Stillen?

Vielleicht sollte man nicht sagen „gegen das Stillen“ – sondern „für die Fläschchenkost“. Denn für viele bedeutet diese Entscheidung nicht, dass sie gegen das Stillen sind, sondern dass sie die Ernährung besser mit dem Fläschchen organisieren können oder wollen. Diese Mütter sind absolut keine schlechteren Mütter, und sie sollten sich das auch nicht einreden (lassen). Gerade die ersten Monate können bei manchen Babys sehr anstrengend sein. Zwar hört man immer wieder von Wunderkindern, die mit vier Wochen schon durchschlafen, und auch tagsüber nur alle vier Stunden wach werden, um kurz ihren Hunger zu stillen, und dann wieder weiter zu schlafen. Aber den meisten Eltern geht es wohl so, dass die Nächste nur stundenweise Schlaf bringen, und auch tagsüber das Kleine keinen Rhythmus zulässt. Der Haushalt bleibt liegen, und man selbst ist total ausgepumpt. Wenn dann das Stillen nicht auf Anhieb klappt, kann man schnell die Geduld verlieren, und greift auf Flaschenkost zurück. Viele zweifeln auch daran, dass das Kind satt wird, und haben Angst ,ihr Kind könnte hungern. Hat es dann beim ersten Kind nicht geklappt, wird es meist beim zweiten Kind gar nicht mehr versucht. Eine gestresste Mutter, die eigentlich nicht die Ruhe findet, das Stillen zu genießen, wird sicherlich mit der Flaschennahrung bessern beraten sein. Also – die Entscheidung ist ganz persönlich und geht niemanden sonst etwa an!