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Leerverkäufe Erklärung

Leerverkäufe - Was sind Leerverkäufe

Der Begriff Leerverkauf kommt aus dem Bank- und Finanzwesen und beschreibt den Verkauf von Devisen und Wertpapieren über die der Verkäufer eigentlich gar nicht verfügt. Damit er aber seine Pflicht gegenüber dem Käufer erfüllt muss er es bis zum Lieferzeitpunkt die gewünschte Menge der Wertpapiere zu besorgen. Diese Art von Verkäufen beziehen sich allerdings nicht nur auf den Finanzsektor sondern kann auch auf dem normalen Markt als Kassengeschäft oder Termingeschäft vorkommen. Dieser Leerverkauf als Kassengeschäft unterscheidet sich letztendlich in Abschluss und der Abwicklung nicht von einem normalen Verkauf. Es bedeutet nur, dass der Verkäufer die Ware innerhalb einer bestimmten Frist dem Käufer zur Verfügung stellen muss. Bei Wertpapiergeschäften sind das dann meistens ein paar Tage. Der Leerverkäufer muss dann also innerhalb dieser Frist die Ware beschaffen. Dies geschieht dann oft durch eine Wertpapierleihe oder ein so genanntes Wertpapierpensionsgeschäft.

Wie funktioniert der Ablauf?

Bei einer Wertpapierleihe sieht es juristisch betrachtet so aus, dass der Leerverkäufer Eigentümer des geliehenen Wertpapieres wird. Doch geht man bei einem Leerverkauf nicht von der juristischen Sichtweise über Eigentum und Nichteigentum aus sondern betrachtet es von der wirtschaftlichen Seite. Wichtig ist ob durch den Verkauf für den Verkäufer wirtschaftlich gesehen von einem Preisrückgang des verkauften Wertes profitiert. Dann muss der Leerverkäufer den verkauften Wert zu einem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt zurückkaufen. Wenn der Preis des Wertes bis zu diesem Zeitpunkt gefallen ist, muss der Verkäufer einen niedrigeren Preis zahlen als er beim Verkauf erzielt hat und somit erwirtschaftet er dann einen Gewinn für sich. Das Risiko ist allerdings auch nicht zu verachten, denn wenn der Preis bis zu diesem Zeitpunkt gestiegen ist macht der Verkäufer einen Verlust. Dann gibt es auch noch den Leerverkauf als Termingeschäft. Hier ist es im Gegensatz zum Kassengeschäft so, das erst in der Zukunft geliefert werden muss. Allerdings sind hier die Gewinn- du Verlustmöglichkeiten die Gleichen wie bei dem Kassengeschäft. Durch den Leerverkauf als ein Termingeschäft entsteht für den Verkäufer eine Position, die dann auch Short-Position genannt wird. Das ist dann auch unabhängig davon ob der Verkäufer den Basiswert in Besitz hat oder leer verkauft. Gerade im Zusammenhang mit Wertpapierverkäufen gibt es oft einen ungedeckten Verkauf. Das bedeutet dass der Leerverkäufer zum Zeitpunkt des Verkaufs noch kein Eigentümer an dem Wertpapier ist, das er schon verkauft hat. Dadurch besteht immer die Gefahr, dass der Verkäufer in Lieferverzug kommt, sollte es ihm nicht gelingen die Ware rechtzeitig zu beschaffen. In Deutschland ist es bei Wertpapieren so, dass zwei Tage nach Geschäftsabschluss geliefert werden muss nach weiteren ein bis zwei Geschäftstagen kann dann eine Zwangsregulierung durchgeführt werden. Gerade bei Leerverkäufen hat der Verkäufer ein so genanntes Eindeckungsrisiko. Das besteht darin, dass aufgrund nicht bestehender Verfügbarkeit der Ware, diese nur zu einem viel höheren Preis oder auch gar nicht liefern kann. Der Käufer hat eigentlich nur die Risiken, wie in jedem anderen Kaufvertrag auch und kann bei Nichterfüllung vom Vertrag zurücktreten und sogar Schadensersatz verlangen. Als Verkäufer ist das Risiko hier also besonders hoch und man sollte sich genau überlegen ob man es eingehen möchte. Man sollte immer nur Geschäfte tätigen, die man auch erfüllen kann um unnötigen Ärger mit dem Käufer zu vermeiden.